Heinz Günter Horn scheidet als Vorsitzender wohlverdient aus, bleibt dem Verein aber erhalten

Wenn der Gründungsvater des Fördervereins Römergrab Weiden beschließt, dass es nach erfolgreichen zehn Jahren rastloser Arbeit unter seinem Vorsitz an der Zeit ist, den Staffelstab weiterzugeben und sich stärker dem Privaten zuzuwenden, kann ein solcher Wechsel nicht still und leise vonstattengehen. Und so übernahm Frau Gudrun Schmitz nicht nur den Vorsitz, sondern auch die Aufgabe, im Anschluss an die Mitgliederversammlung einen Reigen von Anerkennungen im Namen des Vorstands für Herrn Prof. Heinz Günter Horn einzuleiten und zu moderieren.

Nach ihrer kurzen Erläuterung, dass man, anders als in der Einladung angekündigt, nun nicht Herrn Dr. Thomas Höltken mit dem Vortrag „Knochenjob im Mittelalter: Die Suche nach den heiligen 11.000 Jungfrauen von Köln“ hören werde, sondern eine kleine Überraschung vorbereitet habe, betraten am Abend des 21. Mai 2026 gleich drei Granden der Archäologie die Rostra, um Herrn Professor Horn als Wegbereiter, Kollegen und vor allem als Freund zu ehren: Herr Dr. Marcus Trier, Herr Dr. Thomas Otten und Herr Dr. Jürgen Kunow ließen in ihren Rückblicken das Auditorium teilhaben an ihren persönlichen Erinnerungen und mehr als eines der Mitglieder war gerührt von den Anekdoten über das Wirken eines nie müden, Konflikten nicht scheuenden Machers und (um-die-Ecke-) Denkers, vorgetragen mit Respekt, großer Zuneigung und oft auch einem humorvollen Augenzwinkern.

Diese Laudationes wurden ergänzt durch Geschenke, die Herrn Prof. Horn auch weiterhin mit dem Förderverein und dessen besonderen Ort verbinden sollen: So wurde ihm durch die Überlassung eines Schlüssels zur Grabkammer ein uneingeschränktes Zugangsrecht zu seinem Herzensprojekt ermöglicht. Außerdem schuf der Künstler Nikolaus Kriese ein buntes Gemälde des Sarkophages, das mit seinem Spiel zwischen antiker Farbigkeit und moderner Pop-Art einen Bogen über die Jahrhunderte von der Antike bis in die jüngste Moderne spannt.

Der von dem scheidenden Vorsitzenden maßgeblich initiierte und als Projekt organisierte Anbau, der das Ensemble aus antiker Grabkammer und preußischen Bauten um die Architektur das 21. Jahrhundert ergänzt, und der im vergangenen Jahr mit Lesungen und Konzerten zu einem kulturellen Nucleus Weidens herangewachsen ist, wird in „Auditorium Heinz Günter Horn“ umbenannt.

Der gesamte Förderverein ist froh und dankbar, dass Herr Prof. Horn so lange mit großem Geschick die Zügel des Römergrabes in seinen Händen gehalten hat und hofft, dass er sich nicht vollständig in ein ohne Zweifel mehr als verdientes Otium zurückziehen wird.

Otten, Horn

 

Fotos: Steffen Ullrich bzw. Eva Schlu